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Newsbeitrag

Foto: Jan Klösters

Neuer Bewohner im Krallenaffenhaus

Seit Ende September hat das Krallenaffenhaus im Chemnitzer Tierpark einen neuen Bewohner: Das Goldgelbe Löwenäffchen-Männchen Stitch kam aus dem Zoo du Jardin des Plantes in Paris nach Chemnitz.

Hier soll er mit Weibchen Anja zusammenleben und im Idealfall auch für Nachwuchs sorgen. Dies Empfehlung für die Zusammenstellung des Paares kam vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), an dem sich der Tierpark beteiligt.
Da Krallenaffen – zu denen die Goldgelben Löwenäffchen gehören – ein eher komplexes Sozialverhalten haben, muss man bei der Zusammenführung zweier sich fremder Tiere Geduld und Vorsicht walten lassen. So lernten sich Anja und Stitch erst einmal hinter den Kulissen kennen – auf neutralem Gebiet. Da Anja schon seit 2018 im Tierpark Chemnitz lebt, betrachtet sie ihr Gehege als ihr Revier. Damit sie dort nicht zu dominant auftritt, wurde für die beiden ein anderes Gehege gewählt. Das lag in einem für die Besucher und Besucherinnen unzugänglichen Bereich des Tierparks, in dem sie die nötige Ruhe hatten, um sich kennenzulernen. Mittlerweile teilen sich Anja und Stitch das Gehege im Krallenaffenhaus. Sie harmonieren miteinander, verbringen die Nächte oft zusammen in einer Schlafhöhle, gehen aber tagsüber auch gern einmal ihrer eigenen Wege.
Goldgelbe Löwenäffchen können in Gruppen von mehr als zehn Tieren zusammenleben. Angeführt werden sie von einem Weibchen, das in der Regel ein erwachsenes Männchen an ihrer Seite duldet. Die restlichen Mitglieder sind die Jungtiere aus den vergangen Jahren. Das dominante Weibchen ist das einzige, das sich fortpflanzt. Die anderen Mitglieder im zeugungsfähigen Alter werden entweder aktiv an der Paarung gehindert oder durch Duftstoffe, sogenannte Pheromone, unfruchtbar gehalten.
Die Bestände der Goldgelben Löwenäffchen nehmen in der Natur als Folge von Lebensraumverlust deutlich ab. Sie bewohnen nur noch ein kleines Verbreitungsgebiet im tropischen Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste. Aktuell werden sie deshalb auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft – der dritten von vier Gefährdungskategorien. Von 1996 bis 2003 wurde die Art sogar in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ eingeordnet.
Aufgrund des Engagements zoologischer Einrichtungen im Artenschutz konnte der Gefährdungsstatus allerdings wieder zurückgestuft werden. Durch das erfolgreiche und koordinierte Nachzüchten dieser bedrohten Tierart konnten sogar zoogeborene Tiere wieder in ihrer Heimat ausgewildert werden. So konnte die Anzahl an wildlebende Tiere mehr als verdreifacht werden. Sie ist mit um die 2000 Tiere aber immer noch sehr gering.
Der Tierpark Chemnitz hofft nun, künftig auch wieder direkt zum Erhalt der Art beitragen zu können.

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