Bei den Guteschafen sorgten vier gesunde Lämmer für besondere Aufmerksamkeit. Die jungen Tiere erkundeten neugierig ihre Umgebung und entwickelten sich schnell zu einem Publikumsmagneten. Das Guteschaf (Ovis orientalis f. aries) ist eine von der schwedischen Insel Gotland stammende, robuste und mittelgroße Landrasse aus der Gruppe der nordeuropäischen Kurzschwanzschafe. In ihrem Körperbau entspricht sie weitgehend den Schafen, die bereits zur Wikingerzeit gehalten wurden. Charakteristisch ist das dem Mufflon ähnelnde Gehörn, das sowohl bei Böcken als auch bei Auen ausgeprägt ist. Eine weitere Besonderheit dieser Rasse ist, dass die Tiere ihre Wolle im Frühsommer weitgehend selbst verlieren und daher kaum geschoren werden müssen.
Auch bei den Mufflons (Ovis ammon musimon) gab es Nachwuchs zu entdecken. Die weltweit kleinsten Wildschafe stammen vermutlich ursprünglich aus Korsika und Sardinien. Es wird angenommen, dass sich die europäischen Mufflons in der Jungsteinzeit aus verwilderten Hausschafen entwickelten, die auf den Mittelmeerinseln in felsigen, offenen Gebirgslandschaften mit trockenem Klima lebten. Der genaue Ursprung ist jedoch bis heute nicht abschließend geklärt – möglicherweise überlebten auch kleine Restvorkommen wildlebender Schafe die letzte Eiszeit in diesen Regionen.
Durch ihre Herkunft aus waldarmen Gebieten verfügen Mufflons über ein sehr gutes Sehvermögen und konnten potenzielle Gefahren, wie beispielsweise Menschen, bereits aus einer Entfernung von bis zu 800 bis 1.000 Metern erkennen. Muffelwild war sowohl tag- als auch nachtaktiv und lebte in Rudeln, die in der Regel aus Schafen, Lämmern und jungen Widdern bestanden und vom sogenannten Leitschaf angeführt wurden.
Auch die traditionelle Ostereiersuche am Ostersonntag erfreute sich großer Beliebtheit und zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das Wildgatter. Familien nutzten die Gelegenheit, die frühlingshafte Atmosphäre zu genießen und den Ausflug mit dem Erlebnis der Jungtiere zu verbinden.
„Der Nachwuchs im Frühjahr war auch in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis. Gerade rund um Ostern freuten sich viele Gäste, die jungen Tiere erleben zu können“, so Mathias Wagner Revierleiter des Wildgatter Oberrabenstein.
Das Wildgatter Oberrabenstein lud rund um die Feiertage zahlreiche Natur- und Tierfreunde ein, die Jungtiere aus nächster Nähe zu erleben und die besondere Atmosphäre der Anlage zu genießen.


