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Newsbeitrag

Nachwuchs bei gleich zwei Paarhufer-Arten im Tierpark

Gleich doppelten Grund zur Freude: Sowohl bei den Erzgebirgsziegen als auch bei den Westkaukasischen Steinböcken – und damit bei zwei seltenen Paarhufer-Arten – konnte in den vergangenen Tagen Nachwuchs begrüßt werden.

 

Nachwuchs bei den Erzgebirgsziegen

Auf dem Streichelgehege wurden insgesamt fünf Jungtiere bei den Erzgebirgsziegen geboren. Die Ziegenkitze kamen am 4. und 7. Mai zur Welt und stammen von drei Muttertieren. Eine besondere Überraschung stellte dabei eine Drillingsgeburt dar – denn normalerweise bringen Erzgebirgsziegen ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Entsprechend groß waren zu Beginn auch die Sorgen der Tierpflegerinnen und Tierpfleger, ob alle drei Jungtiere kräftig genug sein würden. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass sich die Drillinge prächtig entwickeln. 

In den vergangenen Jahren hat in vielen zoologischen Einrichtungen ein Umdenken bei der Haltung von Haustierarten stattgefunden. Heute werden verstärkt alte und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen gezeigt, die als wichtiges Kulturgut gelten. Der Tierpark Chemnitz hat sich dabei insbesondere auf sächsische Haustierrassen spezialisiert – darunter auch die Erzgebirgsziege. Die charakteristische Rasse wird seit 2018 im Tierpark gehalten und konnte bereits mehrfach erfolgreich nachgezüchtet werden.

Erzgebirgsziege sind das satte braune Fell, ein schwarzer Aalstrich entlang des Rückens sowie schwarze Stiefel an den Beinen. Die Tiere können sowohl behornt als auch hornlos sein – im Tierpark sind jedoch alle Ziegen behornt.

Die robuste Rasse zeichnet sich durch hohe Fruchtbarkeit, Frühreife, Genügsamkeit beim Futter und eine gute Krankheitsresistenz aus. Aufgrund ihres freundlichen Wesens eignen sich die Tiere trotz ihrer Größe hervorragend für die Haltung im Streichelgehege. Darüber hinaus leisten die Erzgebirgsziegen im Tierpark einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege: Durch ihren Verbiss helfen sie dabei, einzelne Bereiche des Parks vor Überwucherung zu schützen.

Nachwuchs bei den Westkaukasischen Steinböcken

Auch bei den Westkaukasischen Steinböcken gab es Nachwuchs: Am 15. und 17. Mai wurde jeweils ein Jungtier geboren. Beide Muttertiere kümmern sich bereits aufmerksam um ihren Nachwuchs. Die Paarungszeit fällt in die Wintermonate November und Dezember. Nach einer Tragzeit von knapp sechs Monaten kommt es meist im Mai oder Juni zur Geburt eines einzelnen Jungtieres. Zwillingsgeburten sind bei dieser Art eher selten.

Der Westkaukasische Steinbock besitzt unter allen wildlebenden Steinbockarten das kleinste natürliche Verbreitungsgebiet. Dieses umfasst lediglich etwa 15.000 Quadratkilometer im westlichen Kaukasus und erstreckt sich überwiegend über Teile Georgiens und Russlands. Damit ist das Verbreitungsgebiet sogar kleiner als das Bundesland Sachsen.

Mit einem Bestand von nur noch etwa 5.000 Tieren gilt der Westkaukasische Steinbock als stark gefährdet. Trotz internationaler Erhaltungszuchtprogramme wird die Art nur in wenigen europäischen Zoos gehalten. In Deutschland ist sie derzeit lediglich in fünf weiteren zoologischen Einrichtungen zu sehen. Umso größer ist die Freude im Tierpark über die erneute erfolgreiche Beteiligung am europäischen Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen und beeindruckenden Hornträger.

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