Aktuelle Meldungen aus diesem Jahr


19.02.2021 – Winterquartier für Fledermäuse

Im Tierpark leben derzeit nicht nur rund 250 vorwiegend exotische Tierarten, sondern er ist auch ein wichtiger Lebensraum für einheimische Tiere. Er bietet ganzjährig Nahrungsquellen und Unterschlupfe und zu dieser Jahreszeit ungestörte Quartiere zum Überwintern, welche im modernen urbanen Lebensraum leider immer knapper werden.

Unter dem sogenannten Huftierberg im Tierpark, also im Bereich um das Trampeltiergehege, unter den Hirsch- und Bergtieranlagen, verlaufen alte Gänge, deren ursprüngliche Funktion und frühere Nutzung nicht bekannt ist. Vermutlich sind es ehemalige Wehrgänge.

Foto: Kevin Rüffer

Um für die Tiere bessere Bedingungen zu schaffen, wurden Ziegelsteine an den Decken der Gewölbegänge angebracht. Dort verstecken sich besonders gerne Fledermäuse und halten Winterschlaf. Auch dank solcher Winterquartiere nehmen die Bestände einiger Fledermaus-Arten wieder zu. Hier leistet der Tierpark einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz einheimischer Tierarten. Deshalb werden auch jedes Jahr im Winter die Gänge kontrolliert.

Foto: Kevin Rüffer

Alle in Deutschland einheimischen Fledermausarten stehen unter Naturschutz, da sie in ihren Beständen stark bedroht sind. Grund dafür ist in erster Linie die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume durch intensive Land- und Forstwirtschaft. Aber auch der Rückgang ihrer Nahrungsquellen bedroht die Fledermäuse. Auf dem Speiseplan einheimischer Fledermausarten stehen ausschließlich Insekten, deren Zahlen ebenfalls bedrohlich sinken. Fledermausschutz heißt also immer auch Insektenschutz – und umgekehrt. Auch hier engagiert sich der Tierpark Chemnitz, u. a. mit einem Insektenhotel und Blühwiesen.

Die Insekten sind im Endeffekt auch dafür verantwortlich, dass Fledermäuse in unseren Breiten von Anfang November bis Ende März Winterschlaf halten. Insekten machen sich bei kälteren Temperaturen nämlich selbst rar – gezwungenermaßen. Die Körpertemperatur von Insekten ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Sinkt diese, verfallen Insekten in Kälte- bzw. Winterstarre. Ein körpereigenes Frostschutzmittel sorgt dafür, dass die Tiere nicht erfrieren. Einige Arten können so sogar Temperaturen von bis zu - 20°C aushalten.

Aber auch andere wechselwarme Tiere wie Spinnentiere und Schnecken überwintern in den Gängen unterhalb des Tierparks.

Bitte beachten Sie - der Tierpark und das Wildgatter bleiben auch weiterhin bis auf Weiteres geschlossen.


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04.02.2021 – Nachwuchs bei den kleinsten Affen der Welt

Im Krallenaffenhaus des Chemnitzer Tierparks hat es Anfang Januar den ersten Nachwuchs gegeben. Das seit Juni letzten Jahres zusammenlebende Zwergseidenäffchen-Paar hat zum ersten Mal Jungtiere bekommen.

Foto: Stefanie Weippert

Die Jungtiere kommen mit etwa 15 g zur Welt, erwachsene Zwergseidenäffchen wiegen zwischen 85 bis 140 g. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt (ohne Schwanz) nur ca. 15 cm. Sie sind die kleinsten Vertreter der Affen. Unterboten werden sie nur noch von den Mausmakis, welche allerdings zu den sogenannten Halbaffen zählen.

Zwergseidenäffchen sind soziale Tiere, welche in Gruppen von bis zu zehn Tieren zusammenleben können. Die Gruppe besteht meist aus einem erwachsenen dominanten Weibchen, welches die Gruppe anführt, ein bis zwei erwachsenen Männchen sowie den Nachkommen verschiedenen Alters. Solange diese noch zusammen mit den Eltern leben, ist ihre eigene Fortpflanzung unterdrückt.

Die Familiengruppen bewohnen feste Gebiete in den unteren und mittleren Baumschichten. Nach einer Tragzeit von ca. 140 Tagen kommen zumeist Zwillinge zur Welt. Der Nachwuchs klammert sich sofort nach der Geburt an das Fell der Eltern und lässt sich sicher durch das Geäst tragen. Bei der Betreuung der Jungtiere wechseln sich Mutter und Vater und oft auch andere Familienmitglieder untereinander ab.

Die Bestände der Zwergseidenäffchen nehmen als Folge von Lebensraumverlust und Bejagung deutlich ab. Seit 2020 werden sie deshalb auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der IUCN als gefährdet eingestuft. Umso wichtiger ist das erfolgreiche und koordinierte Nachzüchten von solch bedrohten Tierarten. Im Tierpark Chemnitz wird diese Art schon viele Jahre erfolgreich gehalten und gezüchtet. Mutter „Bonnie“ hat schon mehrfach im Chemnitzer Tierpark für Nachwuchs gesorgt, für Vater „Fernando“ ist es das erste Mal.

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29.01.2021 – Zootier des Jahres 2021

Das Krokodil ist „Zootier des Jahres“ 2021! Das entschied die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf eine Tiergruppe, die unter großen Imageproblemen leidet.

Für den Titel „Zootier des Jahres“ werden Tierarten ausgesucht, deren Bedrohung nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht und die keine oder nur eine geringe Lobby haben. Ziel der Kampagne ist es deshalb, mehr Aufmerksamkeit auf die unbekannten bedrohten Tierarten oder -gruppen zu lenken und die Erhaltungszuchtbemühungen der Zoologischen Gärten sowie die Schutzprojekte in den Ursprungsländern zu unterstützen.

Pressematerial der Kampagne

2016 wurde die Artenschutzkampagne ins Leben gerufen und bündelt vier aktive Partner: die ZGAP, die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Gemeinschaft der Zooförderer (GdZ). Bei der diesjährigen Kampagne sollen mit den gesammelten Geldern vorrangig drei Projekte unterstützt werden, die sich um den Erhalt der Kuba-, Siam- und Philippinenkrokodile kümmern.

Krokodile bevölkern seit mehr als 200 Millionen Jahren unseren Planeten und haben sich in dieser Zeit kaum verändert. Und dann kamen die Menschen. Und bis heute dringen diese immer weiter in den Lebensraum der Krokodile ein und töten sie, weil die Tiere als Gefahr für sich und ihre Haustiere angesehen werden.

Das Fleisch der Krokodile sowie deren Eier werden verzehrt, die Moschusdrüsen werden zur Parfümherstellung genutzt und weil Krokodile Fische fressen, gelten sie als darüber hinaus als Konkurrenten der Fischer. Zusätzlich dezimiert der Lebensraumverlust, etwa durch den Bau von Dämmen, sowie die zunehmende Wasserverschmutzung die Krokodilbestände. An den Rand der Ausrottung brachte die Krokodile jedoch insbesondere die wachsende Nachfrage nach ihrer Haut, weil die Modeindustrie anfing, daraus Handtaschen, Schuhe, Koffer, Gürtel und andere Waren herzustellen.

Viele Krokodilarten gelten daher als gefährdet und sechs Arten werden von der Weltnaturschutzunion IUCN bereits als „von der Ausrottung bedroht“ eingestuft. Darauf möchte die ZGAP mit der Ernennung des Krokodils zum „Zootier des Jahres“ aufmerksam machen.

Der Tierpark Chemnitz unterstützt die Kampagne jedes Jahr im Rahmen seiner Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Und der Förderverein des Tierparks, die Tierparkfreunde Chemnitz e.V., spendet auch dieses Jahr wieder einen Artenschutzbeitrag, der aus den Patenschaftseinnahmen generiert wird, für das „Zootier des Jahres“.

Foto: Jan Klösters

Im Tierpark werden zwar keine Vertreter aus der Familie der Echten Krokodile gezeigt, aber mit dem Brauen-Glattstirnkaiman hält man eine Tierart aus der Ordnung der Krokodile und hat so auch eine gute Möglichkeit, auf die Kampagne hinzuweisen.

Foto: Tierpark


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25.01.2021 – Erster Nachwuchs 2021!

Es gibt den ersten Nachwuchs im Tierpark Chemnitz zu vermelden - am 04. Januar sind zwei Küken bei den Edelpapageien geschlüpft. Da es sich bei den Jungtieren wie bei allen Papageien um Nesthocker handelt, werden sie momentan noch von beiden Elternteilen in der Bruthöhle versorgt.

Edelpapageien können sich das ganze Jahr über fortpflanzen und brüten unter günstigen Voraussetzungen auch zweimal im Jahr. Die zwei bis drei Eier werden alleine vom Weibchen drei bis vier Wochen lang bebrütet. Vom Männchen wird es in dieser Zeit mit Futter versorgt.

Nachzuchten sind bei Papageien immer eine Besonderheit. Zwar sind alle Papageien sehr sozial, ein harmonisierendes Paar muss sich aber auch erst finden. Insofern kann es eben auch passieren, dass ein zusammengestelltes Paar nicht für Nachwuchs sorgt. Hat sich ein Paar dann einmal gefunden, so bleibt die Bindung ein Leben lang bestehen. Papageien sind weitestgehend monogam. Außerhalb der Brutzeit leben viele Arten in großen Schwärmen. Im Tierpark Chemnitz gelingt die Nachzucht bei den Edelpapageien dagegen regelmäßig.

Foto: Annett Donner

Foto: Kevin Kunz

Foto: Kevin Rüffer

So farbenfroh ausgewachsene Papageien sind, so unscheinbar sind sie als Jungvögel. Die Veränderung mag ein wenig an das bekannte Märchen vom „hässlichen Entlein“ erinnern. Edelpapageien weisen bezüglich der Farbenpracht eine Besonderheit auf: bei ihnen unterscheiden sich die Geschlechter farblich voneinander: Die Männchen haben ein überwiegend grünes, die Weibchen ein rot-blaues Gefieder. Ursprünglich hielt man sie deshalb sogar für zwei verschiedene Arten.

Der Geschlechtsunterschied zeigt sich schon bei den Jungvögeln. Beim Nachwuchs im Chemnitzer Tierpark sind bisher aber erst die dunkel gefärbten Daunenfedern ausgeprägt. Die Geschlechtsbestimmung wird also noch ein wenig dauern.


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01.01.2021 – Auf ein Wiedersehen 2021!

Die Mitarbeiter von Tierpark und Wildgatter wünschen allen früheren und zukünftigen Besuchern, Freunden, Unterstützern und Kollegen alles Gute für 2021 und viel Schwein!

Foto: Jan Klösters

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aktualisiert am: 15.10.2020