Ein Rundgang durch den Chemnitzer Tierpark (Stand Oktober 2018)

Der Tierpark Chemnitz ist eine grüne Oase am Rande der Großstadt. Ein Auf und Ab des Geländes kennzeichnet die Landschaft ebenso wie tiefes, sattes Grün alter Eichen und Buchen, die das Tierparkgelände beschatten. Kein Stadtzoo also, mit von Gärtnerhand beschnittenen Rabatten, sondern ein Stück Natur mit harmonisch eingearbeiteten Tiergehegen.

Der Rundgang soll Ihnen Anhaltspunkte und Empfehlungen geben, auf Besonderheiten und zukünftige Entwicklungen aufmerksam machen und Ihnen einige wichtige Tierarten vorstellen.

Von der Nevoigtstraße aus kommend in Richtung Spielplatz und Kassenhäuschen laufend, werden Sie zuerst von den Hauseseln begrüßt.

Nach dem Passieren des Kassenhäuschens startet der eigentliche Rundgang. Sie wenden sich nun am besten zuerst vom Hauptweg nach rechts zur Südamerikaanlage mit Alpakas, Nandus und sommers auch Wasserschweinen. Die drei Arten kommen gut miteinander aus und können oft bei Interaktionen beobachtet werden. Durch die Anlage führt ein kleiner Weg hindurch, so dass der Besucher den Tieren ohne Zäune begegnen kann. Hier ist natürlich die Vernunft des Besuchers gefragt - auf den Wegen bleiben, die Tiere nicht füttern, anfassen oder necken! Dahinter befindet sich der Bauernhof. Die Anlage bietet Einblicke in die Kinderstuben unterschiedlicher Tiere wie z. B. Mäuse, Meerschweinchen sowie Zwergziegen. Nach der Durchquerung der Außenanlage des Bauernhofes, wo Klein und Groß auch direkten Kontakt zu den Zwergziegen haben können, gelangen Sie zum Vivarium, einem in Europa einzigartigen Spezialhaus für Amphibien. Dieses symbolisiert mit über 60 Arten in besonderer Weise den Artenschutzgedanken des Tierparks Chemnitz. In vier unterschiedlich temperierten Räumen können in vielfältig gestalteten Minibiotopen Amphibien der Welt in aller Formen- und Farbvielfalt erlebt werden. Vom winzigen Baumsteigerfrosch bis zum Riesensalamander werden Ihnen unterschiedliche Varianten amphibischer Lebensprinzipien nahe gebracht.

Wieder im Freien führt der Rundgang am Gehege der Rosaflamingos und Schwarzstörche vorbei zurück auf den Hauptweg.

Dort erblicken Sie das Zebrahaus, wo derzeit eine gemischte Gruppe von Böhm-Steppenzebras und Hartmann-Bergzebras gehalten wird.

Der kleine Entenbrunnen weist bereits auf den Wasservogelteich hin, der von einer bunten Mischung unterschiedlicher Enten- und Gänsearten besiedelt wird.

Nach Überquerung der Unritzbrücke betreten Sie die Gemarkung Rabenstein. Rechts können Sie ein besonderes Tier entdecken, denn das Przewalskipferd ist nicht nur der Urahn aller Hauspferde und das einzige echte noch existierende Wildpferd, sondern auch ein Beispiel für die gelungene Rettung einer Tierart in Menschenobhut und eine erfolgreiche Wiederansiedelung in der ursprünglichen Heimat.

Die gegenüberliegende Gemeinschaftsanlage zeigt einen Ausschnitt der australischen Fauna. Hier leben Bennettkängurus und Emus zusammen, die auch in ihrer Heimat im gleichen Lebensraum vorkommen können.

Ein weiteres Wahrzeichen des Tierparks ist das Krallenaffenhaus mit Innen- und Außengehegen. Artgerechte Familiengruppen, oft immer mit Jungtieren, erlauben das Teilhaben an einem reichhaltigen Verhaltensspektrum. Als WG-Genossen der Affen sind vor einigen Jahren Kugelgürteltiere und Bergmeerschweinchen eingezogen.

Nach rechts abbiegend erreichen Sie das Papageienhaus mit seinen farbenfrohen und stimmgewaltigen Bewohnern. Papageienarten von drei Kontinenten sind hier zu bewundern. Zum Komplex der Vogelanlage gehören weiterhin ein Kalthaus für kälteresistente und ein Warmhaus für wärmeliebende Vogelarten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf einer Bandbreite von Fasanenartigen. In der Mitte der drei Bauten befindet sich das Stachelschweingehege.

Nach dem Rundgang durch die Vogelanlage folgen Sie dem Hauptweg weiter Richtung Tropenhaus und erreichen die über 800 m² große ehemalige Bärenanlage. Hier lebt eine Gruppe Bärenmakaken, denen die naturbelassene Anlage viele Erkundungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Von einer Aussichtsplattform über dem Bärenhaus kann das gesamte Gehege eingesehen werden.

Nun sind Sie am Tropenhaus angelangt. Fast 1000 m² Regenwald mit Klammeraffen, Zwergflusspferden, Capybaras, Zweifinger-Faultieren, Reptilien, Fischen und vielen freifliegenden Vogelarten laden zum Entdecken, Lauschen, Staunen oder auch Erholen ein. Obwohl keine Tiere der Tropenwälder, sind auch Erdmännchen in diesem Bereich zu finden.

Vom Tropenhaus gehen Sie zurück bis zu den Krallenaffen und folgen dem Weg dann nach rechts und treffen auf die Raubtieranlagen, wo Sie die Großkatzenarten Sibirischer Tiger und Persischer Leopard erwarten. Sie machen einen kleinen Abstecher zu den linkerhand harmonisch in einen steilen Berghang eingefügten Volieren mit Eulen und Greifen.

Zurück auf dem Hauptweg können Sie bei Richters Tierparktreff eine Rast einlegen. Hier sehen Sie mit der alten „Bärenburg” auch eines der ältesten Gebäude des Tierparks, welches heute nicht mehr für die Tierhaltung genutzt wird und eine kleine Ausstellung beherbergt. Gegenüber leben auch Südamerikanischen Nasenbären.

An diesem Punkt zweigt der Weg zum „Kleinkatzenring” ab. Unter großen Bäumen beherbergen bepflanzte Volieren seltene Kleinkatzen, wie die Oman-Falbkatze, eine wilde Verwandte unserer Hauskatze, Amurkatze und die faszinierenden Manule. Hier sind auch Besuchertoiletten zu finden.

Nun führt der Weg quasi ins Hochgebirge, große Felsbrocken und steile Hänge kennzeichnen die Anlagen der Westkaukasischen Steinböcke und der Schneeziegen. Sie wandern an diesen Gehegen rechts vorbei und erreichen so eine Voliere mit Schnee-Eulen.

Von den Tundren des Nordens zu den Steppen Zentralasiens entführen die seltenen Kulane, die nur noch in wenigen Herden durch die Mongolei streifen und auch in den Zoos sehr rar geworden sind, sowie Trampeltiere, die zweihöckrigen Kamele Asiens (Haustierform). Eine weitere zoologische Rarität stellen die neben den Kulanen gehaltenen Somaliwildesel dar.

Danach gehen Sie auf das Reich der Hirsche und Rinder zu. Fast die letzten ihrer Art sind die im 2015 neu errichteten Hirschhaus mit großen Freianlagen untergebrachten Mesopotamischen Damhirsche und Prinz-Alfred-Hirsche, die nur in wenigen Zoos Deutschlands gehalten werden. Rechts davon begegnen Sie den kleinsten Wildrindern der Welt, den Anoas, die auf Sulawesi, ihrer tropischen Heimat, fast ausgerottet sind. Zurück zum Hauptweg laufen Sie bergabwärts am Steilhang der Steinböcke entlang, von dem aus viele Einblicke in das Familienleben dieser Hornträger möglich sind. An der Voliere der Steppenadler angekommen, überqueren Sie abermals den Unritzbach und haben nun den Ausgangspunkt des Tierparkrundganges erreicht.

Wir freuen uns, Ihnen bei Ihrer Zootour ein Stück Natur und viel Wissenswertes über Tiere, Artenschutz und Zootierhaltung näher gebracht zu haben. Wir hoffen, Sie bald wieder begrüßen dürfen zu einem immer neuen Abenteuer Zoo.


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aktualisiert am: 27.06.2019