Ein Rundgang durch den Chemnitzer Tierpark (Stand Oktober 2018)

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Krallenaffen

Springtamarin Krallenaffen sind die kleinsten Echten Affen der Welt (kleiner sind nur noch einige Halbaffen auf der Insel Madagaskar, den Rekord hält dabei der Mausmaki). Sie sind in Mittel- und Südamerika zu Hause.

Das auffälligste Merkmal sind Krallen an Fingern und Zehen, die große Zehe ausgenommen. Es wird vermutet, dass sie, wie alle andere Primaten, ursprünglich Plattnägel besaßen, die sich im Verlauf der Evolution jedoch zu Krallen umwandelten.

Eine Besonderheit dieser Primatengruppe findet sich im Sozialsystem. Krallenaffen leben in Familienverbänden, bestehend aus dem Elternpaar und dem Nachwuchs. Meist kommen Zwillinge zur Welt. Die geschlechtsreifen Nachkommen wandern aber nicht, wie bei den meisten Tierarten, ab. Sie verbleiben noch einige Zeit in der Familiengruppe und helfen den Eltern bei der Aufzucht der jüngsten Geschwister. Dadurch wird das Weibchen entlastet, und die Überlebenschance der Kleinsten steigt. Damit verbessern auch die Geschwister ihre indirekten Reproduktionschancen, denn sie teilen 50% des Erbgutes mit ihnen. Zudem sammeln sie Erfahrung bei der Kinderbetreuung. Solange sie mit den Eltern zusammenleben, werden ihre Reproduktionsbemühungen unterdrückt, d. h. sie sind sexuell nicht aktiv. Wenn sie abwandern, fällt diese Suppression weg und sie können eigene Familien gründen.

Die Artenspanne im Tierpark reicht vom kleinsten Krallenaffen, dem Zwergseidenaffen (Callithrix pygmaea) mit ca. 100 g, über Silberaffen (Callithrix argentata) und Lisztaffen (Saguinus oedipus) bis hin zum größten Krallenaffen, dem Goldgelben Löwenaffen mit ca. 700 g (Leontopithecus rosalia). Weiterhin werden Springtamarine (Callimico goeldii siehe Bild) gehalten, die gegenüber den anderen Krallenaffen einige Eigentümlichkeiten aufweisen (z. B. selten Zwillingsgeburten) und von manchen Systematikern sogar in eine eigene Gruppe gestellt werden.


Was man noch wissen sollte

  • die Nahrung der Krallenaffen besteht aus Früchten, Insekten, Nektar, Baumsäften und kleinen Wirbeltieren
  • die Zusammensetzung des Speiseplanes variiert je nach Art (so sind z.B. die Zwergseidenaffen auf Baumsäfte spezialisiert)
  • alle Arten sind tagaktiv und leben auf Bäumen, bevorzugt in den oberen Kronenschichten.
  • für vier der im Tierpark Chemnitz gehaltenen Arten gibt es Erhaltungszuchtprogramme
  • besonders intensiv sind die Schutzbemühungen für den Goldgelben Löwenaffen - Tiere dieser Art wurden im Brasilianischen Regenwald ausgewildert, so dass dort die Population wieder leicht anwächst

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aktualisiert am: 07.02.2020