Ein Rundgang durch den Chemnitzer Tierpark (Stand Oktober 2018)

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Kamele

Trampeltier mit Fohlen. Foto: K. Rüffer Die Familie der Kamele wird in Groß- und Kleinkamele unterteilt. Ein Kennzeichen dieser Tiergruppe ist der Bau der Füße, an deren Unterseite sich dicke, federnde Schwielen befinden, die den Fuß polstern und für eine größere Auflagefläche sorgen. Daher werden die Kamele auch als Schwielensohler bezeichnet.

Typisch für die Großkamele - Trampeltiere (Camelus bactrianus) und Dromedare (Camelus dromedarius) - sind die aus Fettgewebe bestehenden Rückenhöcker. Sie dienen als Energiespeicher und flachen bei Nahrungsmangel oder Krankheit ab. Es werden immer zwei Höcker angelegt, die beim Trampeltier beide voll entwickelt sind. Beim Dromedar bildet sich dagegen nur der hintere voll aus.

Bei den im Tierpark Chemnitz gehaltenen Trameltieren handelt es sich, wie bei den meisten in Menschenobhut lebenden Großkamelen, nicht um Wildtiere, sondern um domestizierte Trampeltiere. Wilde Trampeltiere kommen noch in der Mongolei und in China vor, vom Dromedar ist gar keine Wildform bekannt. Es wird vermutet, dass beide Arten denselben zweihöckrigen Vorfahren haben könnten. Verwilderte Hauskamele sind in verschiedenen Wüsten und Steppen der Alten Welt und sogar im australischen Outback zu finden.

Großkamele sind an die Bedingungen der Wüste hervorragend angepasst. Sie haben eine Reihe von Mechanismen entwickelt, die es ihnen ermöglichen, mit ihrem Wasserhaushalt sehr sparsam umzugehen und dadurch relativ lange ohne Flüssigkeitsaufnahme auszukommen. Ihr Blutkreislauf toleriert mehr Wasserverlust als bei allen anderen Säugetieren, und wenn sie trinken, können sie mit einem Mal große Mengen Wasser aufnehmen. Harn und Kot sind hochkonzentriert (letzterer ist deswegen als Heizmaterial in der fast baumlosen Heimat der Tiere sehr begehrt). Die Tiere können zudem ihre Körperkerntemperatur tagsüber etwas erhöhen, um so die Differenz zur Außentemperatur zu verringern und weniger Flüssigkeit durch Verdunstung zu verlieren, und nachts, wenn die Temperaturen in der Wüste gegen Null gehen, ihre Kerntemperatur leicht absenken, um so Energie zu sparen und einen Kältespeicher anzulegen.

Alpaka

Die höckerlosen Kleinkamele sind in den Hochgebirgslagen Südamerikas beheimatet. Es werden zwei Wildformen unterschieden, Vikunja und Guanako, beide inzwischen selten geworden und vom Aussterben bedroht. Auch hier wurden Haustierformen gezüchtet, das größere und kräftigere Lama wurde wird vor allem als Lasttier genutzt, das zierlichere Alpaka ist wegen seiner Wolle begehrt. Die Stammform beider ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Guanako.

Im Tierpark lebt eine kleine Alpaka-Gruppe (Lama guanicoe f. pacos), in der es regelmäßig Nachwuchs gibt. Die Tiere sind an den Umgang mit Menschen gewöhnt, und die Alpakaspaziergänge durch den Tierpark erfreuen sich großer Beliebtheit. Da das Fell der Alpakas nicht, wie bei den Wildkamelen, jahreszeitlich gewechselt wird und daher immer weiter wächst, müssen die Tiere im Frühjahr geschoren werden.


Was man noch wissen sollte

  • Kamele ernähren sich von Gras, Laub und Kräutern und haben ein aus mehreren Kammern bestehendes Magensystem. Sie werden aber nicht zu den echten Wiederkäuern gezählt.
  • Kamele sind Passgänger
  • Kamele sind die einzigen Säugetiere, deren rote Blutkörperchen oval sind
  • Kamele paaren sich im Sitzen

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aktualisiert am: 07.02.2020