Ein Rundgang durch den Chemnitzer Tierpark (Stand Oktober 2018)

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Mesopotamischer Damhirsch

Mesopotamischer Damhirsch Typisch für die meisten Vertreter der Familie der Hirsche sind die Stirnwaffen der männlichen Tiere - das Geweih. Aus Vorsprüngen des Stirnbeins, Rosenstöcke genannt, sprießt neues Knochengewebe, welches zunächst durch eine stark durchblutete, empfindliche Haut, den Bast, umhüllt und versorgt wird. Hat das Geweih eine bestimmte Größe erreicht, stirbt der Bast ab und wird vom Hirsch gefegt. Erst danach ist das Geweih „fertig” und kann als Waffe bei Auseinandersetzungen in der Brunft und natürlich auch zum Imponieren eingesetzt werden. Nach der Brunft wird es dann wieder abgeworfen. Dieser Vorgang wiederholt sich jährlich. Größe und Ausrichtung des Geweihes sind art- und auch altersbedingt.

Im Tierpark Chemnitz leben zwei stark vom Aussterben bedrohte und nur in wenigen Zoos gezeigte Vertreter der Hirsche - Prinz-Alfred-Hirsch (Cervus alfredi) und Mesopotamischer Damhirsch (Dama mesopotamica). Beide haben nur ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet, und daher macht ihnen die Umweltzerstörung besonders zu schaffen.

Der Mesopotamische Damhirsch galt schon als ausgerottet. In den 1950er Jahren wurde eine kleine Gruppe im Grenzgebiet Iran/Irak wieder entdeckt. Von diesem Bestand gelangten einige Exemplare nach Deutschland, und durch Erhaltungszucht hat sich der Bestand in den Zoologischen Gärten mittlerweile stabilisiert. Auch in seiner Heimat ist der Hirsch inzwischen unter Schutz gestellt worden. Dennoch kann nicht von einer Entwarnung gesprochen werden.


Was man noch wissen sollte

  • der Mesopotamische Damhirsch unterscheidet sich von seinem bekannten Europäischen Verwandten vor allem durch ein weniger ausgeprägtes Schaufelgeweih
  • die Art, damals mit einem weiteren Verbreitungsgebiet, war schon in der Altsteinzeit bekannt und wurde auch bejagt, wie Funde im Jordanbecken (Wadi al-Hammeh) beweisen

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aktualisiert am: 07.02.2020